2026-07-24 - RC Pyhrn Priel

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Das Dachsteinblick Bergzeitfahren 2026 powered by Bistrobox in Nußdorf am Attersee, um es ganz sponsorentechnisch korrekt zu nennen, stand auch dieses Jahr wieder auf meinem Plan. Ich war ja schließlich der Titelverteidiger! Außerdem wurde mir letztes Jahr wetterbedingt der Dachsteinblick verwehrt!

Die Vorbereitung verlief deutlich besser als jene zum Glocknerkönig. Durch einige hochintensive Trainings konnte in den letzten 6 Wochen wieder halbwegs zu alter Stärke zurückfinden. Das Ziel war natürlich, mich im Vergleich zum letzten Jahr zu steigern.
 
In den Trainings war ich auf einige ähnlich lange Anstiege um etwa 30 Sekunden schneller als letztes Jahr, das war allerdings auch zum Teil meinem wunderschönen und -leichten neuen Rad geschuldet. Dennoch rechnete ich mit einer deutlichen Verbesserung gegenüber meinen 10:30 letztes Jahr.
 
Radvorbereitung:
Alles was nicht niet- und nagelfest ist, muss ab vom Rad – wie immer!
 
Mein Ziel war es, mich voll zu fokussieren und wirklich alles aus mir herauszuholen. Mehr kann man bei einem Bergzeitfahren eh nicht tun. Treten bis man im Ziel vor lauter Laktat und Sauerstoffmangel nicht mehr weiß, wie man heißt. Man hat keine Gegner neben sich, an denen man sich orientieren kann. Es gibt nur die Strecke und dich. Idealerweise rechnete ich mit einer Zeit um die 10:00 und peilte eine durchschnittliche Leistung von 400w an.
 
Am Renntag musste ich ab 6:00 arbeiten, das bedeutete: um 3:40 aufstehen und die kürzeste Strecke mit dem Rad zur Arbeit fahren. Dann bis um 14:00 hackln und ein kurzes Mittagsschläfchen einlegen, bevor mich Tobi mit nach Nußdorf nahm. Danke dir sehr herzlich dafür!
 
Ich hatte mich die Wochen davor auch essenstechnisch etwas zurückgehalten (meine ArbeitskollegInnen würden das allerdings nicht bestätigen) und hatte mein ideales Renngewicht von 64kg erreicht. Die Beine fühlten sich auch nicht allzu schlecht an.
 
Vor dem Rennen fragte ich noch den Veranstalter, wer denn so aller am Start stehe. So fand ich heraus, dass Julian Braun heuer dabei war. Der ist ein richtig, richtig guter Zeitfahrer und Ex-Profi. Naja, geschenkt würde ich den Sieg also nicht holen. Beim Glocknerkönig hatte ich ihn (trotz meines miserablen Pacings) knapp geschlagen, er war allerdings 2025 beim Loser Bergzeitfahren um mehr als eine Minute schneller gewesen als ich. Mal im Ernst, das würde richtig schwer werden… Der kann alles - ich kann nur lange bergauf fahren.
 
Ich hatte eine der letzten Startnummern bekommen, um das Rennen bis zum Ende spannend zu machen. Vorbei sind also die Zeiten, wo meinen Namen niemand kennt. Vor meinem Start feuerte ich noch Tobi und die anderen an, danach wärmte ich mich selbst auf und stand dann endlich um 19:29 am Start.
 
Vor dem Start wartet man doch immer einige Minuten, da werden die Beine wieder steif und kalt. Und dann startet man natürlich mit Vollgas weg und die Beine brennen gleich von Anfang an wie Feuer. Ich versuchte mich am Anfang nicht zu sehr zu verausgaben.
 
Ich muss wohl verdrängt haben, wie unrhythmisch der Anstieg ist, denn so zach hatte ich es nicht mehr in Erinnerung. Unten sehr flach, wo ich als Leichtgewicht gleich mal mit Zeitverlusten rechnen muss, dann zwischendurch Steigungsprozente weit im zweistelligen Bereich, dann wieder flach usw... Diese Unregelmäßigkeiten machen es wirklich nicht einfach, einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden! Und ich bin mehr so der Rhythmus-Typ, das war schon als (Hobby-)Musiker so.
 
Das schönste war für mich die Anfeuerung von den Leuten am Straßenrand, das gibt einem für ein paar Sekunden noch ein paar extra Watt.
 
Naja… mein Ziel, mich voll abzuschießen, hatte ich erreicht. Meine Zeit war allerdings nicht viel schneller als im Jahr davor. Ergebnis: 10:19, 13 Sekunden hinter Julian Braun, der über seine 10:06 eine durchschnittliche Leistung von 466w getreten hatte. Ich ziehe meinen Helm, unfassbar! Gratulation! In meiner Altersklasse war ich dennoch Sieger, kurz vor Anton Erlbacher, der auch eine ähnlich hohe Leistung wie Julian Braun getreten hatte. Wahnsinn!
 
Mein geringes Gewicht hat mich wiedereinmal gerettet! Meine Leistung? Mit 397w knapp unter dem Zielwert, aber ich denke, das kann man gelten lassen.
 
Ein gewisser Andreas Goldberger – seineszeichens österreichische Skisprunglegende - stand übrigens auch am Start. Für ihn war es eine Mordsgaudi, ich hörte ihn nach seiner Zieleinfahrt zu einem Freund sagen: „komm fahren wir nocheinmal!“ Vom Siegerpodest sprang ich zum Spaß hinunter und versuchte, eine Telemark-Landung zu machen. Für die Bestnote 20 hätte es wohl nicht gereicht, aber der „Goldi“ sah es und hatte eine große Freude!
 
Dieses Rennen ist nicht nur was für „Bergspezialisten“, sondern auch etwas für die etwas schwereren Wattmonster. Die Dauer von 10 Minuten und die durchschnittliche Steigung von etwas über 6% halten hier genau die Balance. Ich denke, dass genau das dieses Rennen so besonders macht. Danke an die Veranstalter, es war wieder ein super Event!
 
Und Gratulation an Lena Lechl, die mit Streckenrekord die Frauenwertung gewann!
 
 
 
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