2026-05-17 - RC Pyhrn Priel

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IMSTER Radmarathon
17.05.2026

 
Für mehr Diversität bei den Rennberichten auf unserer Website (Nicht-Thomas, Unter-200-Kilometer-Fahrer & Nicht-Am-Stockerl-Steher) sind Phillip und ich bei unserem ersten Radrennen in Imst gestartet.
Es konnte hiermit bewiesen werden, dass beim Verein nicht nur Gramm-Optimierer fahren dürfen, sondern auch Subway-Frühstücker mit Gummibärchen im Trikot – lecker 😊
 
 
Wir hatten uns für Strecke B entschieden (90 Kilometer & 1300 Höhenmeter), worüber wir sehr dankbar waren, als es die Tage davor in Tirol geschneit hatte.
So konnten wir uns wenigstens den Haimingerberg der Strecke A sparen, welcher mit 1000 Höhenmetern doch für eine frischere Briese gesorgt hätte (klammern wir die möglichen körperlichen Beschwerden hier kurz aus).
 
Ich für meinen Teil war sehr nervös und habe auch das eine oder andere Vereinsmitglied um Tipps gebeten.
Die Strategie stand: Nicht overpacen, keinen Unfall bauen und beide Berge unter FTP (ca. 200) fahren.
 
Wir fuhren Samstagabend nach Imst und blickten nervös auf die weiße Nordkette und den Wetterbericht des nächsten Tages –> 1° in der Früh und 5° maximal!
 
 
Sonntagmorgen, 7 Uhr und der Startschuss ertönte.
Phillip und ich hatten uns leider in der Menschenmasse von 1.500 Startern verloren und ich fuhr tapfer alleine meine 180 Watt und versuchte mich nicht mitreißen zu lassen (was nicht dauerhaft gelang).
Der erste Berg kam und mit ihm hatte mich Phillip eingeholt. Er wollte das erste Radrennen mit mir fahren und blieb daher an meiner Seite.
Bergauf wurden wir leider öfter überholt als mir lieb war – dabei hatte ich doch so fleißig Höhenmeter trainiert, heuer schon 40.000!
 
Dann kam der Downhill und dort hatte mein Training von heuer merklich gefruchtet.
Also Unterlenker und Gas geben – funktionierte super, ich habe richtig viele überholt und konnte mit bis zu 75kmh sicher die Serpentinen hinter mich bringen.
Dann kam eine lange Flachpassage und mir ihr der Gegen- und Seitenwind. Phillip hatte noch genug Saft und sponserte mir und einer immer größer werden Menschentraube hinter uns etwa 25km Windschatten.
Auf dieser Passage holten wir uns sicher 100 Leute. Selbst ich hatte hinter ihm noch bis zu 250 Watt und musste ganz schön ranhalten.
 
 
Wir waren richtig schnell und es war richtig spaßig – vielleicht etwas zu spaßig, denn es war so anstrengend, dass ich mich nicht mehr essen oder trinken traute.
Zudem habe ich das Problem, dass mir am Rad oft die Hände einschlafen – vor allem in dieser Position (immer noch Unterlenker).
Somit hätte ich auch nichts essen können, musste versuchen bremsbereit zu bleiben und dies ging nur durch permanente Gewichtsverlagerungen.
 
 
Bei Kilometer 60 kam der zweite Berg und ich war schon fertiger, als ich hätte sein wollen.
Je weiter es raufging, umso mehr ging meine Leistung runter. Das wollte ich eigentlich vermeiden, hatte aber keine Wahl mehr. Jetzt einfach weiter radeln und immer wieder etwas trinken war die Devise.
Phillip flößte mir noch Gel ein (welches er für mich öffnen musste…).
Dann kam etwa die Sonne raus und es wurde unerwartet heiß – ich musste stehen bleiben und die Fußüberzieher + das Stirnband loswerden, die Hitze hatte sich so gestaut.
Irgendwie schaffte ich es den Berg rauf und nach dem Anstieg sollte es auch nur noch bergab gehen.
Also Unterlenker und einfach treten. Da wir bereits 1300 Höhenmeter hatten, war ich sehr (negativ) überrascht, als noch einmal 50 kamen.
 
Noch nie hatten sich 50 Höhenmeter so schlimm angefühlt – am liebsten hätte ich geschoben.
Doch auch das wurde geschafft und dann der finale Downhill. Wir konnten noch einige Plätze wieder gut machen und kamen letztendlich nach 3h30 im Ziel an. 3h20 war meine gewünschte Zeit gewesen, also doch nicht so schlecht geschätzt.
 
 
Nudeln und alkoholfreies Bier wurden konsumiert, die ankommenden Fahrer bejubelt und dann wurde die Heimfahrt angetreten.
Am nächsten Tag war ich wieder vollkommen restauriert und ging sogar wieder mit einer Freundin Radfahren.
 
Ich frage mich also schon, ob noch Saft im System gewesen wäre – wenn man am nächsten Tag wieder komplett fit ist, dann hätte doch mehr drinnen sein müssen?
 
Das größte Learning: Höhenmeter trainieren ist gut – Höhenmeter auch mal flott fahren wäääääre besser.
Und ich muss das mit dem Essen hinkriegen, bei allen Wettkämpfen bisher hatte ich hier Probleme (Bergmarathon, Triathlon und jetzt auch hier).
 
Aber jetzt habe ich vielleicht die richtige Motivation effektiver zu trainieren und mit meinem frisch eingestellten Bike (danke an Max und Thomas) hoffentlich dabei auch meine Hände zu spüren 😊
 
                                                                                                                                                                                                                                           
 
PS: Phillip meinte nach dem Rennen zu mir, er hätte inmitten der teuren Räder festgestellt, neue Laufräder zu brauchen.
Offizielles Fazit von ihm aber: „ma muss ned 3-4 zusätzliche Schichten das ganze Rennen mitnehmen nur weil es beim Stehen kalt war“
 
Mit diesem weisen Schlusssatz beende ich den Monolog und freue mich auf die Rennberichte der KollegInnen in den nächsten Monaten.
 
 
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